Fil

Philip Tägert wurde am 01.09.1966 geboren und wuchs im „Märkischen Viertel“, einer damaligen Neubausiedlung in Berlin, auf. Als Jugendlicher spielte er in der Punkband „Kollektiv Antiserum“. Aktuell ist er Comiczeichner und tritt auf der Bühne als Alleinunterhalter Fil auf.

Als Zehnjähriger gewann er einen Schreibwettbewerb der örtlichen Tageszeitung, der „Berliner Morgenpost“; vier Jahre später folgten erste Probeveröffentlichungen im Berliner Magazin „Zitty“. Mit diesem besteht bis heute noch eine Mitarbeit: Zweiwöchig erscheinen hier stets noch seine „Didi & Stulle“-Comic-Strips. Hier handelt es sich um zwei Charaktere mit den vollen Namen Dieter Kolenda und Andreas Stullkowski, die bereits seit 1981 an derselben Stelle erscheinen. Einerseits ist es Tägert ein Anliegen, einen Comic selbst zu zeichnen und zu schreiben, der sich von anderen Produkten des Marktes abhebt: So sind allegorische Verwendungen („Gott“, „Teufel“, „das Böse“), Wortschöpfungen und untypische Handlungsorte (der Mond, der Hades, der Mars etc.) ebenso für den Autor charakteristisch wie ein konsequentes Einhalten der Berliner Mundart, welche hier auch völlig in Wort und Schrift ihren (auch sehr individuell und eigenwillig kreierten) Niederschlag findet. Andererseits geht es hier um zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die eines teilen: Freundschaft. Geist, Prägung und Motivation des einander zugewandten Dialogs zu vermitteln (und dies durchaus an jugendliche Zielgruppen), ist weiterhin eine entscheidende Orientierung der Arbeit Tägerts. Oft zeichnen sich die Comic-Strips des Künstlers durch hohe Textanteile aus.

Wie die erwähnt erscheint unter seinem Künstlernamen „Fil“ eine Kultheftreihe im Verlag „Berlin Comix“, nämlich kleinformatige Geschichten. Ebenso gehören Veröffentlichungen im Medium „Jungle World“ zu seinem Alltag. Letzteres ist eine antideutsche, linkspolitische Zeitung aus Berlin mit nur wenig mehr als 16.000 Exemplaren an Auflage. Auch entstand 2011 unter Fils Mitarbeit eine Schweizer Neuauflage von Wilhelm Buschs „Struwwelpeter“.

Nachdem er eine Ausbildung zum Kunstmaler unvollendet ließ, arbeitet Fil vor allem als Zeichner, jedoch seit 1992 ebenso als Sänger und Bühnenentertainer. Auf der Bühne improvisiert er zumeist, oft mit einer Handpuppe (der Hai „Sharkey“), die er nicht als Bauchredner bedient. 2009 erschien in diesem Zusammenhang eine DVD: Die „Fil & Sharkey Show“ – ein Live-Mitschnitt aus dem Kölner Wohnzimmertheater.

Fil bezeichnete in einem Interview mit der FAZ vom 09.03.2009 seine Comics ebenso wie seine Bühnenshow als „Trash“, die er beide improvisiert – die Comics entstehen ohne Vorkonzept, sondern während des Schreibens, während der Bühnenshow reflektiert er spontan über biographische Erinnerungen und mehr und definiert diese als „Persönlichkeitsshow“. In diesem Interview bezeichnet Fil die Comics, die er zeichnet, als für Kinder und ebenso als für seine Tochter ungeeignet.

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