John Doyle

Der am 21. Juli 1963 in New Jersey, USA geborene John Doyle lebt heute mit Frau und Kind in Köln und tritt in Deutschland als Stand-Up-Comedian auf. Doyle verbringt in seiner Heimat an der Ostküste eine typische amerikanische Kindheit, träumt davon Profibaseballer zu werden und macht dort 1981 seinen High-School-Abschluss. Danach geht Doyle dann drei Jahre zur US-Marine, um dort eine Ausbildung als Fluglotse zu absolvieren und studiert hinterher von 1985-1989 Journalismus und Theaterwissenschaft in New Jersey.

Direkt im Anschluss verbringt er ein Austauschjahr in Österreich, nachdem er während des Studiums eine österreichische Studentin aus Graz kennen gelernt hat, die sein Interesse an der deutschen Sprache geweckt hat. Nach dem Studium zieht er 1991 nach Köln und arbeitet dort als Journalist für englische Radio-Programme, wie zum Beispiel bei der Deutschen Welle, Radio NRW und anderen lokalen Radiosendern.

In und durch Deutschland beginnt auch Doyles Laufbahn als Comedian, denn er wird durch die deutsche Comedy- und Kabarettszene inspiriert, insbesondere durch Dieter Hildebrandt. Sein erstes Solo-Programm „Allein in Deutschland“ (1996) thematisiert seine eigenen Erfahrungen seines Lebens in Deutschland mit seiner einzigartigen amerikanischen Perspektive. 1998 folgt das Programm „Mein Senf“ und 2003 das dritte betitelt „Sex ist nicht alles.“
Seit 2003 sieht man John Doyle auch des Öfteren im deutschen Fernsehen, wie zum Beispiel in Comedy-Shows wie „TV Total“, „Nightwash“, Quatsch Comedy Club“ oder „Cindy aus Marzahn – und die jungen Wilden.“

Zudem wird 2006 Doyles Comedy-Reihe „I love Deutschland“ ausgestrahlt, eine Dokumentation worin er sich der Frage der Deutschwerdung widmet. In diesem Jahr erscheint auch sein viertes Solo-Programm „ Guten Abend, Germany / Guten Abend, Motherfucker“, welches ebenfalls als CD erschienen ist. Ein Jahr später geht er mit „Thank You Deutschland“, 2009 mit „Du bist Deutschland – macht aber nichts!“ auf Tour und schließlich 2010 mit dem aktuellen Programm „Don’t worry, be German!“ Letzteres hat John Doyle auch als Buch herausgebracht mit dem Titel „ Don’t worry, be German: Ein Ami wird deutsch“.

John Doyle ist inzwischen bekannt in der deutschen Comedylandschaft, hat bei Comedypreisen mitgewirkt und ist ausgezeichnet worden und ist, wie man sieht, immer fleißig auf deutschen Bühnen oder im deutschen Fernsehen unterwegs. In seinen Programmen geht es immer um das alltägliche Leben in Deutschland und sein Leben darin, als Amerikaner, als Mensch und als Mann. Er zeigt seinem Publikum durch witzige Anekdoten und Erfahrungen wie er die diversen Rollen in sich vereinbart und wie sich dies im täglichen Leben zeigt und auswirkt. Damit präsentiert John Doyle seinen Zuschauern eine andere Perspektive und ein anderes Bild von Deutschland, ein Land, das er lieben gelernt hat und inzwischen als Wahlheimat bezeichnet. Seine Vergleiche zwischen Amerika und Deutschland zeigen Differenzen aber auch Ähnlichkeiten auf. Auch wenn es oftmals Klischees sind, weiß Doyle, dass es „den Deutschen“ natürlich nicht gibt, und dennoch gibt es gewisse Charakteristika, die eben das Deutschsein ausmachen und dadurch entstehen gewisse Bilder oder Stereotype von allen Nationalitäten. Durch seine Identitätssuche, die sich in seinen Bühnenshows ausdrückt, bietet uns John Doyle neue Antworten auf die Frage, woher solche Bilder kommen und wie sie entstehen, was es heißt deutsch zu sein und bringt uns damit die deutsche Kultur auf charmante, humorvolle Weise näher. Das ist doch mal Integration und Völkerverständigung auf niveauvoller und amüsanter Ebene.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>