Jürgen von der Lippe

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Jürgen von der Lippe ist wohl eine Koryphäe der Comedy-Welt wie auch ein deutschlandweit bekannter und erfolgreicher Komiker, Moderator, Schauspieler und Unterhalter, denn er bleibt beständig und aktiv, sowohl im Radio und im Fernsehen als auch auf der Bühne. Seine charakteristischen Markenzeichen sind seine bunten Hawaiihemden, sein spielerischer Umgang mit Sprache und Stimme und seine fröhliche und hemmungslose Art die alltäglichen Dinge im Leben, Geschlechterbeziehungen und menschliches Verhalten und Kommunikation auf den Punkt zu bringen.

1948 wird er als Hans-Jürgen Dohrenkamp in Bad Salzuflen im Lipperland geboren, zieht allerdings schon zwei Jahre später nach Aachen um, wo er auch sein Abitur macht. Außerdem wächst er katholisch auf und betätigt sich in seiner Jugend als Messdiener. Obwohl er nach wie vor gerne religiöse Rollen humorvoll spielt (wie zum Beispiel die Figur „Hochwürden“) oder sich religiösen Themen auf seine Art widmet, bekennt sich von der Lippe heute als Atheist. Sein Künstlername hat seinen Ursprung in seinem Geburtsort und zudem hält er die vielen möglichen Wortspielereien für äußerst ansprechend. Jürgen von der Lippe hat zweimal geheiratet und ist heute erneut mit der Frau aus seiner ersten Ehe zusammen.

1966-1970 absolviert er eine Offiziersausbildung bei der Bundeswehr. Im Anschluss studiert er in Aachen Philosophie, Linguistik und Germanistik und wiederum zwei Jahre später zieht er nach Berlin, wo er das Studium fortführt jedoch nicht abschließt. Währenddessen verfasst er auch schon die ersten Texte und erlebt die ersten kleineren Auftritte.

1976 gründet Jürgen von der Lippe zusammen mit Hans Werner Olm und anderen die „Gebrüder Blattschuss“, eine Musikkapelle, deren wohl bekanntestes Lied „Kreuzberger Nächte“ ist, und mit denen er einige Platten aufnimmt. Seit 1977 hat Jürgen von der Lippe insgesamt 22 Solo-Alben veröffentlicht, hier soll jedoch eine Auswahl genügen: „Sing was Süßes“ (1977), „Kenn’Se den?“ (1982), „Guten Morgen, Liebe Sorgen“ (1987), „König der City“ (1992), „Der Blumenmann“ (1995), „Große Männer“ (2001), „Alles was ich liebe“ (2004), „Sie und Er“ (2006), „Das Beste aus 30 Jahren“ (2008), „Der witzigste Vorleseabend der Welt“ (2009) und „Verkehrte Welt: Inszenierte Lesung“ (2010).

Neben der humorvollen deutschen Musik und der Plattenproduktion folgt 1977 außerdem Jürgen von der Lippes Einstieg in die Unterhaltungsbranche beim Radio und im Fernsehen. Schon zu dieser Zeit entsteht beispielsweise einer seiner bekanntesten Figuren, „Hubert Lippenblüter“, die bei Jürgen von der Lippe immer wieder auftaucht und ferner in seinem Buch „In diesem Sinne, Ihr Hubert Lippenblüter – Erlebnisse eines Junggesellen“ noch weiter ausgearbeitet wird.

1980-1984 spielt er den Hausmeister in der Fernsehsendung „WWF Club“ und danach startet er mit der Live-Show „So isses,“ die bis 1989 läuft, voll durch. 1986-1988 moderiert er außerdem die Spiel-Sendung „Donnerlippchen“ und mit der Spielshow „Geld oder Liebe,“ die von 1989-2001 im TV ausgestrahlt wird, festigt er seine Fernsehkarriere und seine Bekanntheit als Moderator.

In den 1990er Jahren tritt Jürgen von der Lippe in der Comedy-Sendung „Lippes Lachmix“ auf und seit 1995 moderiert er dann die Sendung „Wat is?“ wie auch viele weitere Talkshows und Comedy-Shows. Im Jahr 2000 erscheint das Programm „ Ja uff erstmal … – Winnetou unter Comedy-Geiern,“ in dem berühmte Komiker aus Karl Mays „Winnetou“ vorlesen und von 2001-2005 erscheint von der Lippe im witzigen Jahresrückblick „Wer zuletzt lacht!“

Seit 2003 moderiert er die literarische Show „Was liest du?“ in der er bis heute im TV zu sehen ist. In dieser Sendung bespricht er mit prominenten Gästen humorvolle Bücher und liest aus diesen Passagen vor. Schauspielerisch ist er beispielsweise von 2004-2005 in der Comedy-Serie „Der Heiland auf dem Eiland“ tätig und spielt dort die Hauptrolle des Pfarrers Erdmann.

Des Weiteren spielt er seit 2006 ab und zu in der Improvisations-Comedy-Show „Schillerstraße“ den Vater von Cordula Stratmann. 2006-2007 moderiert er die Sendung „Extreme Activity“. Ferner ist von der Lippe seit 2006 in der Comedy-Show „Die Meister der Comedy“ zu sehen. 2008 sieht man von der Lippe auf „Comedy Central“ in seiner Sendung „Frag den Lippe“. Auch mit der Show „Frei von der Lippe“ (2008) zeigt er mal wieder den vielseitigen Gebrauch seines Künstlernamens und seine künstlerische Handhabung der deutschen Sprache.

Doch Jürgen von der Lippe ist nicht nur im Fernsehen präsent sondern zeigt auch schauspielerische Leistungen beim Film. Von der Lippe ist 1984 in einer Nebenrolle in „Zwei Nasen tanken Super“ und 1995 in der Komödie „Nich’ mit Leo“ (hier spielt von der Lippe sogar drei verschiedene Rollen) zu sehen. Zudem bewährt er sich als Synchronsprecher in der Rolle von „Asterix“ in „Asterix – Operation Hinkelstein“ (1989) wie auch als „Tobias Totz“ in „ Tobias Totz und sein Löwe“ (1999).

Jürgen von der Lippe hat für seine Unterhaltungsarbeit innerhalb der letzten 30 Jahre schon etliche Auszeichnungen erhalten, davon seien hier die wichtigsten erwähnt:

Die Goldene Schallplatte für seinen ersten großen Hit „Guten Morgen, liebe Sorgen“ (1987), die Goldene Kamera für die Sendung „Geld oder Liebe“ in der Sparte „Bester Moderator“ (1993) wie auch den Adolf-Grimme-Preis im darauf folgenden Jahr für die zuvor genannte Show, den Bambi für seine Arbeit als Fernsehmoderator (1996), den Echo mit der Auszeichnung als „Mediamann des Jahres“ (1999), den Ehrenpreis beim Deutschen Comedypreis (2006) und abermals den Adolf-Grimme-Preis für die Sendung „Extreme Activity“ (2007). Ferner erhält von der Lippe 2008 die Ehrenmitgliedschaft im „Verein Deutsche Sprache“ und 2009 wird er mit dem Ehrenpreis des Kleinkunstfestivals 2009 der „Wühlmäuse“ in Berlin geehrt.

Nach wie vor ist Jürgen von der Lippe auf deutschen Bühnen unterwegs und insgesamt weist er 12 verschiedene Bühnenprogramme vor, wie neben anderen zum Beispiel als erstes „Zwischen allen Stühlen“ (1979-1981), später dann „Is Was“ (1989-1991), „Männer. Frauen. Vegetarier“ (1997-2000), „So bin ich“ (2000-2003), „Alles was ich liebe“ (2004-2007) und nun präsentiert er seine Jubiläumstour „Das Beste aus 30 Jahren“ (2008-2011). Neben den über 30 verschiedenen Fernsehshows in denen er auftritt, werden außerdem auch von der Lippes Bühnenshows im Fernsehen ausgestrahlt.

Jürgen von der Lippe versteht es autobiographische, aktuelle und alltägliche Inhalte mit sprachlichem Feingefühl zusammenhängend und auf spaßige Weise zu vermitteln und er schlüpft dafür gerne in die verschiedensten Rollen und Figuren. In seinen Darstellungen gelingt es ihm scharfsinnig und manchmal auch mit schwarzem Humor zu parodieren und ferner zeigen seine lyrischen Lieder immer wieder gleichzeitig Leichtigkeit und Schlagfertigkeit. Jürgen von der Lippe begeistert sein Publikum fortwährend als TV-Unterhalter, poetischer und humoristischer Musiker und Komiker und er tut dies mit Witz und Intellekt. Wenn er eine Comic-Figur wäre, so sagt von der Lippe in einem Interview, wäre er „das ‚kleine Arschloch’ … rotzfrech, politisch unkorrekt, auch polarisierend – aber eigentlich auch sehr sympathisch.“ Das bringt es wohl wieder mal haargenau auf den Punkt.

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