Serdar Somuncu

Serdar Somuncu wurde am 3. Juni 1968 in der Türkei geboren und ist Regisseur, Schriftsteller, Kabarettist und auch Schauspieler. Bis zum Jahr 2002 besaß er die türkische und deutsche Staatsbürgerschaft, was inzwischen in die deutsche Staatsbürgerschaft übergegangen ist.

In Wuppertal und Maastricht studierte Somuncu Schauspielkunst, Musik und Regie. Bereits mehr als 100 Theaterstücke wurden von ihm bereits inszeniert und auch als Schauspieler versuchte er sich bereits in den Schauspielhäusern Bremen, Bochum und Oberhausen. Im Jahr 2003 war er zu sehen als Bassa Selim an der Oper in Münster. Auch in kleineren Fernsehrollen, wie in der Lindenstraße, in Dr. Psycho oder als Taxifahrer in Broken Comedy war er bereits konnte er seine Fähigkeiten als Schauspieler bereits unter Beweis stellen. Für den WDR vertonte er bereits mehrere Hörspiele.

Bekannt wurde Somuncu nach 1996 mit einer Lesung von ausgewählten Textstellen aus dem Buch „Mein Kampf“ von Adolf Hitler. Seine Tournee, die über mehrere Jahre andauerte, unter wurde zu einem großen Erfolg. Somuncu hat dabei die inneren Widersprüche des Buchs auf eine sehr komische Weise aufgedeckt und kommentiert. 2000 startete er eine weitere Lesung und präsentierte dabei Ausschnitte aus der Sportpalastrede des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels vom 18. Februar 1943. Unter anderem trat er dabei auch vor den ehemaligen Häftlingen der Konzentrationslager in Sachsenhausen und Buchenwald auf.

Während seiner Arbeit hatte Somuncu aber auch immer wieder Probleme mit Neonazis und las aus diesem Grund oft mit einer kugelsicheren Weste und unter Polizeischutz. Im Oktober 2005 stürmten beispielsweise im sächsischen Dippoldiswalde ungefähr 25 vermummte Personen während des Zitierens von Hitler den Saal und stellten ein Transparent auf. Mit dem Programm „Hitler Kebab“ war er bis Ende 2006 unterwegs. Von 2005 bis 2007 moderierte er eine Bühnentalkshow, welche abwechselnd in den Berliner Wühlmäusen, Bonner Pantheon, dem Düsseldorfer Zakk und dem Neusser Kulturkeller stattfand. Hier fanden sich auch zahlreiche bekannte Gäste, wie Dirk Bach, Claudia Roth und viele mehr.

Somuncu kann auf zahlreiche Auszeichnungen zurückblicken, wie auf den 1990 verliehenen Deutschen Literatur-Theater-Preis, 1993 den Europäischen Nachwuchsförderpreis in Wien. Im Jahr 2004 erhielt er den Prix Pantheon, 2007 den Kulturnews-Award und im Jahr 2008 den Gache Wurzn für seine Toleranz und Zivilcourage.
Auch veröffentlichte Somuncu einige Bücher, wie „Nachlass eines Massenmörders“, „Getrennte Rechnungen“, „Die Türkei und das deutsche Verständnis“, „Kernspaltung“ und andere.

Im Jahr 2008 startete Somuncu eine Internet-Show mit dem Titel Hatenight, in der von ihm wöchentlich aktuelle Themen kommentiert wurden. Die ersten 50 Folgen wurden über Youtube verbreitet und im Jahr 2009 sperrte das Videoportal aus inhaltlichen Gründen ohne Vorwarnung den Kanal von Somuncus. Alle Videos wurden gelöscht.

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