Thomas Freitag

Besieht man sich die Riege bester deutscher Kabarettisten, dann sollte der Name Thomas Freitag auch immer genannt werden.

Am 17. Juni im hessischen Alsfeld geboren, zog es Thomas Freitag nach der Schule vor, einen soliden Beruf zu erlernen und eine Lehre als Bankkaufmann wurde von ihm erfolgreich abgeschlossen. Doch danach war der Wunsch nach einem Leben auf der Bühne größer und Schauspielunterricht sollte die Grundlage für alle kommenden Erfolge sein. Es folgten 1974 Engagements am Stuttgarter Renitenztheater und auch das Stadttheater Gießen holte ihn ins Ensemble in den Jahren ’75 und ’76. Doch 1976 sah man ihn das erste Mal mit einem überzeugenden Soloprogramm und „Ansichten eines Trittbrettfahrers“ begeisterte die Zuschauer.

-> Termine & Tickets für Thomas Freitag

Ausnahmekünstler des Kabarett

Aber auch zwei große Ausnahmekünstler in dieser Branche, Lore und Kay Lorentz, die mit ihrem Düsseldorfer Kom(m)ödchen eine Institution des Kabarett waren, fanden Gefallen am künstlerischen Auftreten des Hessen. So war er von 1977 bis 1986 ein Mitglied des Ensembles und zusammen mit Lore Lorentz auf der Bühne wurde er einem breiteren Publikum bekannt. Auch wenn so mancher sich in dieser Zeit vor allem an seine Parodien von Willy Brandt, Helmut Kohl oder Franz Josef Strauß erinnerte, so war der fleißige Hesse schon in dieser Zeit nicht nur allein ein Bühnenkünstler. Natürlich kam auch das Fernsehen an diesem außergewöhnlichen Vertreter der Comedyszene nicht vorbei, doch während so manch anderer Comedian sich hauptsächlich über Ehefrau oder Freundinnen lustig macht, kann man von einem Künstler wie Thomas Freitag erwarten, dass man über die neuestens politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen humorvoll informiert wird.

Scheibenwischer & Co

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Thomas Freitag mit über 30 Programmen in den letzten Jahrzehnten wohl einer der umtriebigsten Comedians ist. So gehört er aber auch zu den Künstlern, bei denen man nach dem ersten Lacher noch einmal überlegt, ob dies wirklich auch erlaubt sein sollte. Aber im gleichen Moment erkennt man auch, dass die Welt einfach so grotesk ist, dass man sie nur mit einem herzhaften Lacher ertragen kann. Ein Kabarettist der Sonderklasse, weit entfernt von verbalen Angriffen auf Minderheiten und das alles in einem Deutsch, das für jeden Zuschauer verständlich ist. Natürlich musste man einen solchen Könner auch in der deutschen Kabarett-Qualitätssendung Scheibenwischer nicht missen und auch das deutsche Theater durfte ihn immer wieder als Künstler verpflichten und so war er zum Beispiel 2008 mit dem Theaterstück Männerhort in der Komödie in Düsseldorf zu sehen. Dass so ein Künstler nicht ohne Auszeichnungen bleiben darf, dürfte klar sein und so wurde Thomas Freitag das RSH-Gold in der Rubrik Parodie des Jahres im Laufe seiner Karriere überreicht. Thomas Freitag ist einer der wenigen wirklichen Kabarettisten und mit schauspielerischer Leichtigkeit zeigt er seinem Publikum, wie man ohne Reue über Politik und gesellschaftliche Missstände lachen kann.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>